Entwicklung des Fußballs in Espelkamp (Mittwald)

Seit 1952 wird in Espelkamp (Stadt) Fußball gespielt. Schon einige Zeit vorher begann eine Gruppe Fußballer mit dem Training auf dem alten Platz im Ludwig-Steil-Hof. Die Spieler waren fast alle als Flüchtlinge aus den Ostgebieten oder Berlin nach Mittwald – so hieß Espelkamp damals – gekommen. Sie hatten schon in Ostpreußen, Pommern, Schlesien, aber auch in Berlin Fußball gespielt.

In Mittwald gab es zur damaligen Zeit nur einen Sportverein, den ATSV. Hauptsportart war Handball, nun sollte auch eine Fußballabteilung hinzukommen. Den Aufbau dieser Abteilung betrieben damals Artur Dallmer, Otto Lang und Willi Ogonowski. Während Artur Dallmer und Otto Lang als Vereinsfunktionäre tätig waren, kümmerte sich Willi Ogonowski um den sportlichen Bereich. Er war trainierte als ältester Spieler die Mannschaft. Es gab also auch in der damaligen Zeit schon einen Spielertrainer. Zu beginn der Spielserie 1952/53 wollte man unbedingt dabei sein. Die Mannschaft war komplett, es fehlte nur noch ein Torwart. Also musste der schwächste Feldspieler ins Tor gehen. Das waren natürlich keine guten Voraussetzungen für ein erfolgreiches Abschneiden.

Sportplatz

Viel schlimmer wirkte jedoch die Tatsache, dass man keinen geeigneten Sportplatz hatte, da der alte Platz im Ludwig-Steil-Hof in seiner Form und seinen Abmessungen nicht den Anforderungen eines Fußballplatzes entsprach. Er wurde für Fußballspiele nicht zugelassen. Um den Spielbetreib aufnehmen zu können, musste also ein Sportplatz her. Die Fußballer in Mittwald zögerten nicht lange – die Zeit drängte – man baute in Handarbeit einen neuen Sportplatz.

Als Gelände für den neuen Sportplatz bot sich ein schon zum teil abgeholztes Waldstück zwischen der Isenstedter Straße und der Trakehner Straße an, dort wo heute die Stadtsporthalle und die Ernst-Wiechert-Hauptschule stehen. Es mussten Bäume gefällt und Stubben gerodet werden. Spieler und Fans schufteten in ihrer Freizeit, nach Feierabend und an den Wochenenden mit großem Einsatz und mitreißender Begeisterung. Der Sportplatz wurde Dank des unermüdlichen Einsatzes zahlreicher Freiwilliger rechtzeitig fertig. Es war zwar nur ein Waldbodenplatz mit schwarzem Sand, aber für den Anfang war man gerüstet.

Am 15. Mai 1955 wurde das neue Waldstadion an der Isenstedter Straße durch Bürgermeister Wilhelm Kern seiner Bestimmung übergeben und ist seitdem Spielstätte der „Preußen“. Das Stadion wurde durch ein Freundschaftsspiel zweier traditionsreicher Mannschaften – Hannover 96 (dem damaligen Deutschen Meister) und SpVgg. Greuther Fürth – eingeweiht.

Gründungsjahr 1957

Nachdem es im ATSV zu Spannungen zwischen der Fußballabteilung gekommen war, wurde am 04. Januar 1957 im damaligen „Kreisjugendheim“ (heute Espelkamp-Haus) an der Rahdener Straße der „Fußballclub Preußen Espelkamp-Mittwald e. V.“ gegründet. Damit wollte man auf Vorschlag von Willi Ogonowski an den Namen eines ostpreußischen Fußballvereins, nämlich an „Prußia Samland Königsberg“ in der neuen Heimat Espelkamp erinnern. Als Vereinsemblem wählte man den „Preußenadler“.

Aufbauphase

Mitte der fünfziger Jahre setzte in Mittwald eine stürmische Aufbauphase ein. Es wurden viele Arbeitsplätze geschaffen und Wohnungen gebaut. Die Einwohnerzahl stieg schnell an. Unter den Neuankömmlingen waren viele gute Fußballer wie Rudi Lamm, Rudi Krause, Heinz Lange, Hermann Krück oder Günter Grab.

Die Fahrten zu den Auswärtsspielen waren nach dem Aufstieg weiter geworden.  Diese Strecken waren mit dem Fahrrad nicht mehr zu bewältigen. Hier fanden sich aber schnell treue Anhänger, die damals schon ein Auto besaßen wie z. B. der Milchhändler Wilmsmann, der Eisenwarenhändler Winkelmann, der Fußbodenverleger Kurt Karlowski oder auch Walter Hillrinhghaus. Sie brachten die Mannschaft mit ihren Autos zu den auswärtigen Spielen. Manchmal wurde auch ein Bus gemietet, der bei der damals herrschenden Fußballbegeisterung immer bis auf den letzten Platz voll besetzt war. Das Vereinslokal der Preußen war bis 1967 das Cafe Central in der Breslauer Straße.

Am Freitag, den 15. Juni 1979, erfolgte nach einer einjährigen Umbauphase des Waldstadions vom Hartplatz in einen Rasenplatz die feierliche Eröffnung mit einem Freundschaftsspiel gegen den 1. FC Köln.

2007 – 50 Jahre

Gelungener Festakt zum 50-jährigen Bestehen des FC Preußen Espelkamp 1957 e. V. im Bürgerhaus. „Steht auf, wenn ihr Preußen seid!“ Mit dem berühmten Fangesang, schaffte die bestens gelaunte Festgemeinde den nahtlosen Übergang zum geselligen Teil des Festabends mit Musik und Tanz.

Projekt Sportpark Mittwald in Espelkamp

„Wir hatten zwei große Baustellen“ – „Wir hatten einerseits keinen Kunstrasenplatz und anderseits verfügten zwei unserer drei Spielstätten Albert-Pürsten-Stadion sowie die Plätze der Waldschule und an der Martinsschule über keine Umkleiden. Die Spieler mussten also von dort immer zum Pürsten-Stadion fahren. “erzählt Dr. Oliver Vogt (Präsident) rückblickend. Die Idee eines Kunstrasenplatzes stand schon länger im Raum. „Wir sind Über kreislich aktiv und haben gesehen, welch wesentlich bessere Strukturen andere Vereine haben und welch Wettbewerbsnachteile unseren Mannschaften dadurch entstanden. Sie konnten rund drei Monate im Jahr nicht auf die Plätze.“

Kunstrasenplatz – Rasenplatz

Im Februar 2012 wurde mit dem Bau des Kunstrasenplatzes begonnen, der am 3. Dezember desselben Jahres mit einem Spiel gegen Arminia Bielefeld eingeweiht wurde. Im Frühjahr 2014 waren der Rasenplatz und das Kleinspielfeld dran.

Vereinsheim – Jubiläum

Das Tüpfelchen aufs i setzte der FC Preußen mit dem Bau des Sportlerheims. Der erste Spatenstich erfolgte im Oktober 2015, Mai 2016 war Richtfest, und vor einer Woche wurde das Schmuckstück feierlich eingeweiht. „Pünktlich zum 60. Geburtstag des Vereins„, freut sich Oliver Vogt. „Wir haben einen Riesensprung in unserer Struktur gemacht“, verspricht er sich von dem neuen Herzstück auch nachhaltigen Auftrieb des Vereinslebens.

Treffpunkt der Mitglieder und Besucher ist die Sonnenterrasse mit Cafeteria und Küche und einem Blick über die gesamte Sportanlage. Vier Umkleidekabinen stehen den Mannschaften zur Verfügung. Dank ausziehbarer Kleiderschränke können diese Räume bei Bedarf auch doppelt genutzt werden. Die beiden Schiedsrichterkabinen sind ebenso wie die Trainer umkleide mit PCs für die Online-Spielberichte ausgestattet. Zudem befindet sich im Erdgeschoss noch Haustechnik und ein vorgelagertes Büro für einen Hausmeister.

Im Obergeschoss, das ursprünglich gar nicht vorgesehen war, befinden sich der repräsentative, der administrative und der medizinische Bereich mit Büro- und Besprechungsräumen, Fitness- und Reha Abteilung sowie Sanitätsraum zur Erstversorgung verletzter Spieler. Das Herzstück ist der Harting-Saal, der multifunktional genutzt werden kann, für Mannschaftsbesprechungen und Videoanalysen ebenso wie für Feiern. Räume tragen Namen von bekannten Fußballern. „Wir haben das Sportlerheim nach modernsten Gesichtspunkten gestaltet“, betont Oliver Vogt.

 

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